Alt werden in der Migration - Aktives Miteinander 2026
Das AEF-Projekt „Alt werden in der Migration: aktives Miteinander“ knüpft an die Erfahrungen und Ergebnisse der Evaluation der Anfragen aus Migrantenorganisationen (MO) und ihrer interkulturellen Seniorenarbeit aus dem Projekt „Alt werden in der Migration: Neue Heimat NRW“ an und ist als interkulturelles und multiethnisches Senioren- und Vereinsprojekt konzipiert. Der breiten Öffentlichkeit ist weiterhin kaum bewusst, dass ältere Migranten:innen eine der am schnellsten wachsenden Bevölkerungsgruppen in NRW ist. Hinzu kommt, dass vor allem ältere Migranten:innen von Diskriminierungen und Rassismus betroffen sind, da sie in ihrem Lebensalltag sowohl als Ausländer:innen als auch als ältere Menschen diskriminiert werden und auch dadurch in ihrer gesellschaftlichen Teilhabe benachteiligt sind. Die fortlaufende Evaluation sowie die Rückmeldungen aus den Vereinen, mit denen die AEF kooperiert, zeigen sowohl ein differenziertes als auch bedenkliches Bild.
Positiv ist festzustellen, dass ältere Migranten:innen durchaus aktiv sein wollen, aber die Anerkennung und Wahrnehmung ihrer zivilgesellschaftlichen Leistungen, wie ihr Engagement in den Migrantenorganisationen, wird zu wenig beachtet. Ältere Migranten:innen haben in der Regel vielfältige Diskriminierungserfahrungen gesammelt und orientieren daher ihr Leben verstärkt auf die Privatsphäre und innerhalb ihrer Communities. Dieser teilweise Rückzug aus der gesellschaftlichen Teilhabe bedarf einer weitaus intensiveren pädagogischen Aufarbeitung als bisher gedacht und bietet zugleich eine Chance, diese spezielle Zielgruppe an ihren Interaktionspunkten zu erreichen und zu motivieren.
Das AEF-Projekt „Alt werden in der Migration: aktives Miteinander“ zielt daher auf verschiede Wirkungsebenen: das strategisches Ziel ist die Institutionalisierung der Seniorenarbeit in den MO, denn die älteren Migranten:innen nutzen die Vereine als bevorzugte Treffpunkte. Auf der operativen Ebene werden die folgenden Ziele verfolgt: Förderung der gesellschaftlichen Teilhabe durch Empowerment und Abbau von Diskriminierungen und Vorurteilen aufgrund der Herkunft sowie des Alters. Dabei sollen niedrigschwellige Begegnungsformate, Bewegungsangebote, lokale Aktionen und gezielte Vereinsarbeit ältere Menschen aktivieren und das sozialräumliche Miteinander fördern. Die Ansprache der Zielgruppe verläuft positiv, wenn auch langsamer als erwartet. Das gilt insbesonders für Aktivitäten, wie der Beteiligung an Videoaufnahmen, Podcasts und direkten öffentlichen Veranstaltungen. Dieser Themenkomplex wird daher in dem Projekt „Alt werden in der Migration: aktives Miteinander“ vorrangig weiterverfolgt, damit die Zielgruppe und die Vereine in den Dialog mit ihrer Umwelt treten und sie ihre Sicht und Lebensumstände vorstellen, um besser verstanden zu werden und gleichzeitig Vorurteile abzubauen.